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Lyrik > Philosophie

Rosen-Surrogate / Die rosige Rose

von Patrick Hitzler >>

Die rosige Rose



Die Schönheit der Menschen kommt auf Stelzen daher
Da man sie sonst nicht sehen könnte
Meine Schwestern benötigen keine kunstvolle Verschönerung
Eitel schminkt sich im Spiegel das lustlose Spiegelgesicht


Wir wachsen wie wir sind, als was wir uns darstellen
Denken keine falschen Gedanken
Meine ausgestaltete Knospe ist ursprünglicher Sinn
In dem ich bin, indem ich bin
Breite ich mein Ansehen über mein Inneres aus


Das erhaltene Geschenk ist leibhaftige Form
In Gestalt meiner gewachsenen Liebe


Welche nicht schräge Liebe der Menschen sein kann
Weder vorteilsuchende Liebe, sei sie auch recht
Noch befriedende Liebe, sei sie auch wahr


Welche doch vermittelnde Kraft zeigen möchte
Weder missionarisch befeuertes, doch entleertes Herz
Noch demagogisch überhöht, geleitet von fixen Ideen


Welche zwischen Himmel und Erde verwandelt
Weder betrübt von einseitiger Gebundenheit
Noch unheilig beseelt von mystischer Utopie


Welche dem gelösten Blatt eine Geschichte erzählt
Weder unterhaltend in banger Erwartung innerer Beruhigung
Noch belehrend mit der idealistischen Vehemenz


Welche in der Sprache von glühendem Gleichmut bleibt
Weder aufgelöst in starrer Lebendigkeit
Noch in überschäumender Leidenschaft gefangen


Welche sich erkennen lässt als gläserne Karambole
Weder manipulativ in dringenden Absichten
Noch verführerisch durch triebhafte Loslösung


Unser Äusseres braucht nicht zu gelingen
Da wir bereits gesungene Form sind, frei von jeglicher Liaison
Liebäugeln unsere wesentlichen Nerven
Im unaussprechlichen Gewand


Nur der Mond darf mit uns spielen
Weil er so allein ist
Lange nicht so rank und schlank
Aber unser bestes Publikum



29. Oktober 2016
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