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Lyrik > Gesellschaftskritisches

Leben

von Ayana_Suki-chan >>

In meinem Leben habe ich nicht viel Gutes erlebt. Man kann fast sagen gar nichts. Die ersten Jahre habe ich völlig verdrängt, ich hatte überhaupt keine Erinnerungen mehr daran. Allerdings, um ehrlich zu sein, wollte ich mich an mein ganzes Leben nicht mehr erinnern, was natürlich mein Geist verhindert. Wozu braucht man den?
Erträglich wird es ernst wenn ich wenn mir die Reime von Bushido in den Ohren dröhnen und ich die Außenwelt an dem S-Bahnfenster vorbeiziehen sehe, an dem ich meinem Kopf lehne. Wir könnten hier genauso gut in Amerika oder der Türkei sein, so viele Ausländer, die sich für Deutsche halten, denen die Hose wirklich buchstäblich in den Knien hängt und die Hände in den verbeulten Jacken vergraben haben, wenn sie an mir vorbeigehen.
Aber ich bin genauso eine von diesen Gestalten, die in der Masse der ohrenbetäubenden Menschen untergehen. Die Betonmauern der riesigen Bauklötze, die unsere Zuhause waren, rahmten den Weg. Der farbenfrohere Teil der Stadt war lediglich eine U-Bahnstation entfernt, dennoch reichte deren Atmosphäre nicht bis hierher. Hier gab es keine Touristen, hier war alles Grau in Grau. Das hier war die wahre Seite der Welt. Der traurige Teil, den niemand wollte.
Man konnte noch einige Kinder sehen, die vor den Hochhäusern saßen und an ihren Zigaretten zogen. Diese Gruppen waren allerdings große Minderheiten, wenn man mal die Kinder an den Bahngleisen sah. Dort waren die drogenabhängigen die zwar seit Jahren zusammengeschrumpft waren, dennoch aber vorhanden waren. Man sah sie nur nicht.
Mit dem Fahrstuhl, ausnahmsweise nicht kaputt, fuhr ich in den 10 Stock. Der Flur stank, aber ich roch schon gar nichts mehr. Die Schlüssel im Türschloss waren die einzigen Geräusche hier. Das Dröhnen des Fernsehers dringt mir entgegen.
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