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Kurzgeschichten > Wahre Geschichten
Erklärt, dass sie schneiden muss. Mir egal. Tu es einfach.
Ein schnitt. Ein Geräusch wie Fleisch schneidet. Ein gleissender Schmerz. Kein Wehenschmerz. Ein Anderer. Kein guter Schmerz. Eine Wehe. Ich drücke mit aller Kraft. Es geht nicht vorwärts. Die Ärztin hebt erneut die Schere. Mir ist es gleich. Tu es einfach. Für das Kleine.
Schmerzen sind unwichtig. Es geht um die Gesundheit meines Kleinen. Wieder ein Schnitt und ein kräftiger Schmerz. Höre verschwommen die Hebamme sagen: das war keine Wehe!
Ich höre nicht hin, konzentriere mich auf die nächste Wehe, drücke mit aller Kraft. Erschöpfung ist vergessen. noch einmal kräftig drücken! Bald geschafft.
Spüre ein Rutschen. Erleichterung. Spannung ist weg. Du bist da. Endlich. Geschafft. So eine Erleichterung.
Du kommst zu mir. Du bist geschwollen im Gesicht.

Zugeschwollene Augen. Bläuliche Haut. Weiss beschmiert. Weisse Schmiere in den geschlossenen Augen. Zerdrückten lang gezogenen Kopf. Du bist wunderschön.
Du öffnest deinen Mund. Holst gurgelnd nach Luft. Kämpfst gegen Fruchtwasser. Schreist laut aus voller Kehle. Ich drücke dich an mich. Du bist warm und weich. Du bist wunderschön. Endlich bist du da. Ich liebe dich unendlich. Ich liebe dich mehr als mein Leben. Ich lass dich niemals wieder los. Werde alles tun, damit es dir gut geht. Werde dich ewig beschützen. Du versuchst erstmals zu trinken. Du bist noch etwas unbeholfen.
Ich könnte weinen. Vor Erleichterung. Endlich geschafft. Endlich bist du da. Ich freue mich so. Ich kann es kaum glauben, dass mir so ein grosses schönes Wunder wiederfahren kann.
Ich bin müde. Alles tut weh. die Plazenta kommt.
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