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"Was hilft alles Licht?"
von Beat >>
«Wurdest du schon aufgeklärt?» Eine Frage, wie sie unter Schulkindern kursiert. «Wann war die Aufklärung?», werden sie alle vornehmlich von ihren Geschichtslehrern gefragt. Zwei Bedeutungen desselben Wortes und eine dritte kommt hinzu, wenn ein Leitartikel der NZZ im Zusammenhang mit der Aufklärung erwähnt, dass die Medienindustrie die Emanzipation nicht nur fördert, sondern gleichzeitig gefährdet. Es handelt sich beim in der NZZ verwendeten Aufklärungsbegriff folglich weder um etwas Sexualpädagogisches, noch um die Epoche der Aufklärung. Der Begriff verweist auf das Erlangen mündigen Verhaltens, das geprägt ist durch Vernunft, Verantwortungsbewusstsein und hauptsächlich durch den Gebrauch des eigenen Verstandes. Mündiges Verhalten wird weder durch biologische Reife erlangt, noch als vermeintliches Geschenk der historischen Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert in die Wiegen aller nachfolgenden Generationen gelegt. Nach dieser Definition scheint die mediale Informationsflut durchaus das Potenzial zu haben, die Aufklärung zu gefährden, wird es doch zunehmend schwieriger, verlässliche Informationen von Unwahrheiten zu unterscheiden. Doch inwiefern kann die Medienindustrie, können einzelne Journalistinnen und Journalisten die Aufklärung fördern? Besteht gar die Möglichkeit, dass die Medienindustrie die Aufklärerin der Moderne sein kann?
Eigenes kritisches Urteil
Eine Antwort gleich vorweg: Nein, die Medienindustrie kann nicht aufklären. Schon Immanuel Kants Aufklärungsdefinition macht deutlich, dass es an jedem Menschen selbst ist, sich aufzuklären. «Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen», appellierte er deshalb. Den Medien wird so in der Aufklärung |
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