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Unentrinnbar
von Michael Ruhnke >>
Die Vergangenheit wird immer mehr, die Gegenwart dauert nur drei Sekunden und die Zukunft wird immer weniger. Sie läuft über die Gegenwart, verweilt einige Sekunden und verschwindet in der Vergangenheit.
Wir eilen vorwärts im Leben, meinen wir, und sind gefangen in drei Sekunden. Da ist nichts mit eilen.
Der Film läuft vor unseren Augen ab und es ist, als rinne uns die Zeit wie Sand durch die Finger.
Wir können zielgerichtet handeln - in drei Sekunden. Zweifellos beeinflusst es die Zukunft. Zweifellos können wir unsere Zukunft aktiv gestalten.
Doch es ändert nichts daran: die Zukunft wird immer weniger, die Vergangenheit immer mehr.
Wir sind die Linse des Streifens `Leben´, der da vor uns abläuft und den wir gestalten.
Natürlich können wir uns innerhalb der drei Sekunden bewegen und einen anderen Blickwinkel auf den
Film erhaschen.
Aber es ändert nichts daran: die Zukunft wird immer weniger, die Vergangenheit immer mehr.
Wir wurden mit dem Urknall der Zeugung `Gegenwart´.
Seitdem nahm die Vergangenheit zu, die Zukunft ab.
Und alles endet mit den letzten drei Sekunden Gegenwart - die Zeit ist durch.
Wir werden zu dem, was wir wurden: Vergangenheit.
31. Juli 2008 |
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