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Sinn des Lebens
von noname >>
Es war Herbst. Die Tage wurden kürzer, die Sonne ging früher unter und ich kam wieder in die Stimmung, in die ich jedes Jahr kam, in der ich irgendwie sehr deprimiert war. Es ging mir eigentlich gut, ich hatte alles, mein Beruf in der Universität als Professor war schön und ich hatte viel Freizeit, weil der Ablauf immer derselbe war. Ich habe mit 30 meinen Doktor in Physik gemacht und habe nebenbei noch Biologie studiert auf Lehramt. Bis zu meinem 50. Lebensjahr habe ich an einer Mädchenschule unterrichtet. Ich wusste genau, wie Frauen tickten.
Wie sie in die Pubertät kamen, wie sie wieder herauskamen. Ich wusste, wie man sie "händeln" musste. Doch im privaten Leben hatte ich keine Frau an meiner Seite.
Ich war wie gelähmt. An meinem 50. Geburtstag dachte ich mir, ich müsse was ändern und so kam es, dass ich wenig später schon an der Universität in Bonn Lesungen gab. Biologie und Physik waren bis dato mein Lebensinhalt. Sie erklärten für mich, wie der Mensch aufgebaut ist und wo er herkommt. Ein Gott? Den kann es nicht geben. Die Seele? Was ist das? Wer sagt mir, wo sie herkommt? Und Kirche? Das war sowieso nur eine Irrlehre für mich. Man kann sagen, ich war ein richtig bornierter Professor.
An diesem doch schon sehr kalten Winternachmittag, es wurde schon sehr dunkel, machte ich - wie so oft - einen Sparziergang im Stadtpark. Ich machte gerne Spaziergänge und guckte mir die Sterne an, oder den Mond, den ich schon so oft im Unterricht genauestens unter die Lupe genommen hatte.
Auf einmal kam ich auf eine Bank zu. Dort lag eine Frau. Keine Obdachlose alte Frau, wie es hier so viele gab, die im Leben nichts geschafft hatten, für die ich keine 10 Pfennige |
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