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Kurzgeschichten > Philosophie

Katz, Maus und Mensch

von Mike >>

Eine Katze und eine Maus sitzen zusammen unter dem Vordach einer Wohnung. Sie sitzen nur da und sagen nichts. Kein Wunder: Bei dem Regen kann man nicht anders als einfach dasitzen und Löcher in die Luft starren. Die Katze mustert im Augenwinkel die Maus und sagt schliesslich : „Tja.“ Die Maus, übereinstimmend nickend: „Jaja.“

„Eigentlich sollte ich dich ja jetzt fressen.“ sagt die Katze. „Wieso?“, fragt die Maus. „Hast du Hunger?“ Das Kopfschütteln der Katze verwirrt die Maus. „Wieso solltest du mich dann fressen?“ „Nun,“ sagt die Katze, offensichtlich starkem Gedankendruck ausgesetzt:“ na, das ist nun einfach so. Weißt du, Katz und Maus...und so. Katzen jagen Mäuse. Hunde jagen Katzen. Wir alle haben Jäger.“ Beide sitzen immer noch da und schauen versonnen in den Regen. Nach einer Pause fragt die Maus: „Und Menschen? Was haben Menschen für Jäger?“ „Menschen?!“ Die Katze starrt in die kleinen Augen, die erwartungsvoll zurückstarren. „Menschen haben keine Jäger. Sie jagen höchstens.“ „Ich dachte immer, Menschen hätten anderes zu tun, als zu jagen.“ „Ja, das stimmt.“ sagt die Katze. „Sie hätten andere Probleme als einander das Leben zu nehmen.“ Die Maus erschrickt: „Was, sie töten EINANDER?“ „Ja,“ sagt die Katze, „ sie schlagen, streiten, hassen und töten einander. Doch nicht nur etwa wie wir zum Beispiel unter Katzen, wenn es ums Überleben oder um Essen oder um Territorien geht. Sie hassen einander aus Stolz, töten einander aus Macht, schlagen einander aus Langeweile.“

Der Maus hat es die Sprache verschlagen. Mit weit aufgerissenen Augen sitzt sie da und begreift die Welt nicht mehr. Es regnet immer noch. Die Maus fragt nach einer Weile: „Meinst du, sie merken
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