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Der Beweis
von Beat >>
Was nicht wissenschaftlich belegt ist, existiert nicht! Die Wissenschaft glorifiziert sich und vergisst, dass sie selber den Gegenbeweis längst erbracht hat. Soweit ich mich erinnern kann, war Mathematik für mich stets eine allzu abstrakte Materie. Im Laufe meiner bisherigen Schulkarriere schlug ich mich darin des Öfteren eher schlecht als recht. Ich hatte, soviel stet fest, mit den manifesten Ziffern, X-en, Gleichungen und Funktionen, die mir vorgelegt wurden, immer schon soviel Mühe, dass meine Energie niemals gereicht hätte, daneben noch die allumfassende, weltbewegende, ja gar weltbeschreibende Schönheit der Königin unter den Naturwissenschaften zu bemerken, geschweige denn zu verehren. Es bedurfte schon eines anderen Faches, mir das schelmische Auge für die wahre Existenzberechtigung der Mathematik zu öffnen. Deutsch, Literatur, konkret der unglaubliche Roman des australischen Autors Tom Petsinis "Der französische Mathematiker". Seite an Seite mit dem mathematischen Jung-Genie Evariste Galois stellt ich mich der französischen Revolution. Galois war auch in den dunkelsten Tagen seines Lebens in der Lage, jede einzelne seiner Gefühlsregungen durch eine mathematische Gegebenheit zu belegen. Was er jedoch nicht zu erkennen imstande war, ist die Tatsache, dass sich das Leben in keine Funktion, in keine Gleichung, geschweige denn in eine Ziffer zwängen lässt, dass sich das Leben nicht nach mathematischer Logik richtet. Das jämmerliche Zugrundegehen dieses Genies führte mir dies schlagartig vor Augen. Doch wo liegt er denn verborgen, dieser grundlegende Irrtum? Es ist nicht etwa die mathematische Definition der unfassbaren Unendlichkeit, es ist auch nicht die so |
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