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Kurzgeschichten > Liebe

Ein sozusagen gehaltenes Versprechen

von Cornelia Studer >>

Ein sozusagen gehaltenes Versprechen
«Wann wirst du mich mal küssen?» Fragte der kleingeratene Pippo die rothaarige Anna, an diesem lauen Sommerabend. Sie sagte etwas schnippisch: «Am Tag des aufwärtsfliessenden Wasserfalls.» Dann packte sie ihr Servierbrett und bediente den nächsten Tisch.
Viele Jahre später, an einem kühlen, frühen Herbstnachmittag, hunderte von Kilometern weiter weg, ging Anna durch eine Landschaft aus grünen Hügeln und moosigen Steinen, ein schmales Rinnsal bildete einen Wasserfall, er war zu schmal um wirklich laut zu sein, das Tosen das man hörte, kam vom fernen Meer. Ausserdem stürzte der Wasserfall nicht einfach über die Felsen, nein sein zu Gischt zerlegtes Wasser, verwehte im rauen, kalten Meereswind, dermassen, dass man geradezu den Eindruck hatte, der Wasserfall würde aufwärts fliessen.
Aus Annas Erinnerung tauchte das alte Versprechen wieder auf, sie hatte keine Ahnung was aus Pippo geworden war, und wo er jetzt sein würde, sie bewegten sich schon Jahrzehnte nicht mehr im selben Kreis, aber sie warf einen Kuss in den Wind und war sich dabei sicher, der Wind trüge den Kuss zu Pippo wo immer dieser auch sei.. Das Einhalten des Versprechens hatte etwas zu tiefst Erlösendes an sich.



22. Oktober 2017
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