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Liebe
Die Grenzerfahrung
von René Oberholzer
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Ein Mann hatte sich auf dem Gipfel des Berggasthauses Staubern verabredet. Zu einem Zweikampf mit dem Geliebten seiner Frau. Die Frau hatte vom Treffen erfahren. Hatte sich im Verlauf des Morgens im Berggasthaus eingefunden und versteckt.
Der betrogene Ehemann war ein Appenzeller Bauer. Hatte die Stauberenchanzlen gegen Mittag vom Sämtisersee zu Fuss erklommen. In seiner Tracht. Der Geliebte seiner Frau war ein St. Galler Bankangestellter. Hatte die Kabinenbahn vom St. Galler Rheintal aus bestiegen. War auf den Gipfel gefahren. In seinem edlen Anzug.
Punkt 12.15 Uhr Uhr standen sich die beiden gegenüber. Vor dem Berggasthaus. Schauten sich lange an. Gross und schlank der Geliebte. Klein und dick der gehörnte Ehemann. "Ich bin bereit, du Schwein", schrie der untersetzte Appenzeller. Die Frau stand im Berggasthaus. Schaute unerkannt
dem Treiben aus dem obersten Stockwerk zu. Der gross gewachsene Bankangestellte zog seinen Kittel aus. Krempelte die Hemdsärmel nach hinten. Dann packte er den kleinwüchsigen Appenzeller an seiner Trachtenhose. Der Appenzeller packte den Geliebten seiner Frau an der Buntfaltenhose. Der Kampf begann. Genau auf der Grenze der beiden Kantone St. Gallen und Appenzell Innerrhoden. Keiner konnte den andern zu Boden werfen. Bis der St. Galler Bankangestellte dem Appenzeller Bauern das Bein stellte. Der Appenzeller fiel auf den Rücken. Auf Appenzeller Boden. Der St. Galler warf sich auf ihn. Drückte ihn einige Minuten nieder.
Später stand der St. Galler auf, ebenso der erschöpfte Appenzeller. "Du kannst meine Frau haben, du Schwein", sagte der Appenzeller. Klopfte sich das Gras von seiner Tracht ab. Ging ins
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