Kurzgeschichten > Gesellschaftskritisches |
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strich, um damit das Denken der Bevölkerung zu kontrollieren. Gemäss Pfaller gebe es auch die Profiteure der Neusprechregelungen. Für ihre Durchsetzung jedoch seien "Nebenprofiteure" verantwortlich: "Aufpassergruppen" aus einer "neuen Mittelschicht", "die darauf achten, dass irgendwie sauber gesprochen wird und dass sich die Probleme in der Gesellschaft ja nur in Miniaturform darstellen." Das ist unerträglich. Im öffentlichen Raum darf ja muss ich Erwachsenensprech erwarten und setze voraus, dass dies nicht nur verstanden, sondern auch ertragen wird. Das Verbot bestimmter Wörter bewirkt doch keine Änderung in der Denkweise, siehe die Aussage von Pfaller. Werden Rassisten plötzlich tolerant, nur weil sie Schwarzer statt Neger sagen? Ein Wort ist keine Beleidigung, solange es nicht als solche benutzt wird. Früher gab es Heteros, Schwule und Lesben, ja, damals vor rund 50 Jahren galt „schwul“ ausschliesslich als Schimpfwort. Heute sagt man nicht mal mehr LGBT, nein, es wurde mit Q ergänzt Wenn ich mich nicht irre, nennt sich dies mittlerweile LSBTTIQ*, was die pfallersche Theorie stützt, Zartsprech und immer neue Worte, weil das vorangehende den Schmutz des vorherigen angenommen hat. Was für ein Krampf ist das denn? Nicht dass ich mir alte, üble Zeiten zurückwünsche, nein. Aber wir sind unterwegs mittels Lenkdenk zu Gutdenk. Orwell lässt aus dem Wahrheitsministerium dozieren: "Kapierst du denn nicht den eigentlichen Sinn von Neusprech? Beschweigen und Beschneiden sollen die Bandbreite der Gedanken einengen. So werden Gedankenverbrechen buchstäblich unmöglich, weil es keine Wörter mehr gibt, um sie auszudrücken.” Nein, ich will keine alten Zeiten, aber einfach ein wenig mehr Entspanntheit. Ich stelle fest, dass mit der sprachlichen |
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