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Tierisches Volk
von Cornelia Studer >>
Tierisches Volk
Normalerweise verlaufen sich Rehe allerhöchstens im tiefsten Winter in meinen Garten, heut habe ich aber draussen ein Reh gesehen, was für ein ungewöhnlicher Osterbesuch, wenn schon ein Gast aus dem Wald im Frühling hier runter kommt, dann wäre es sonst eher der sprichwörtliche Osterhase, oder allenfalls ein Fuchs, der sich ein Hasenbraten sucht, und dies eher im Küchen-Reste-Abfall des nahegelegenen Gasthauses, als auf freiem Feld.
Naja vielleicht hat das Reh die Jahreszeit verwechselt, es ist ja noch recht kalt, der Vogelschar habe ich ja auch noch mal Futter raus gehängt, nur der Kater weiss genau, dass jetzt theoretisch Frühling wäre, denn Nachts jault er und will in den Ausgang, die grösste Furcht seines Lebens, ist nicht der Fuchs, der ihn aus Ermangelung am gesuchten Hasenbraten als Notnahrung nehmen könnte (Katze verschmäht er ja, wenn man was anderes Futtern kann), sondern die Angst, etwas zu verpassen.
Vielleicht weis der Kater ja, was es geschlagen hat, weil wegen der Sommerzeit nun die acht Uhr Glocken, läuten, wenn seine innere Uhr sagt, wäre es noch Winter, müsste es doch erst sieben sein. Vielleicht habe ich ihm ja indirekt gepetzt, dass Frühling ist, weil ich die Ostereiergirlande, und das freundliche Blumenhütchen Aufgehängt habe. Nun man könnte auch vermuten, dass er einfach weis, dass der Lenz da ist, weil er rollig ist, aber das kan ja auch nicht sein, denn das wurde ihm ja Tierärztlich abgestellt.
Wie auch immer ich habe heute ein Reh gesehen, ich werde es Bonnie nennen, denn das klingt ein wenig weniger naiv als Bambie, frohe Ostern!
1. April 2018 |
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