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Kurzgeschichten > Alltag

Hergegeben

von Cornelia Studer >>

Hergegeben

Es ist heute diesig und dunkel, ich folge den Lichtern, heute sind es mehr als Stassenlaternen, heute sind es fast so was wie Hoffnungsträger, denn im Moment brauch ich Helligkeit mehr zur Nahrung, als etwas zu essen.
Ich mag nicht den ganzen Weg zum üblichen Laden gehen, dass auf einem kleinen Platzt ein paar Herbstmarktstände sind kommt mir entgegen.
Ich kaufe an einem Stand mit Töpfereiwaren, eine Schale mit Zitrusfrüchten, die Verkäuferin sagt mir, die Zitrusfrüchte seien eigentlich nur als Dekoration für die Obstschale gedacht, damit man sieht, dass sie auch gefüllt was hermacht, etwas zerknirscht, gestehe ich, dass ich die Schale eigentlich wegen der Zitrusfrüchte haben wollte, weil es hier am Markt sonst nirgends welche gibt, sondern «nur» Kunsthandwerk und Lebkuchen. Die Verkäuferin zeigt sich grosszügig und überlässt mir die Früchte ohne Aufpreis, ich bedanke mich.
Ich gehe zu einem Lebkuchenstand weiter, die haben auch Weihnachtstee, und ein paar wenige Kerzen da, die fast unsichtbar auf einem Tischchen in der Verkaufsbude liegen. Ich kaufe also einen Herzlebkuchen und einen «Shitwettertee», und sage, dass ich auch eine Kerze haben möchte, die Verkäuferin sagt, die Kerzen habe sie eigentlich nur mitgenommen, damit sie sich ab und zu eine anzünden kann, dass gäbe gleich eine wärmere Atmosphäre. Sie gibt mir ohne Aufpreis eine mit.
Da sagt man, man bekäme heute nichts mehr geschenkt, mir ist es heute zweimal passiert, nun habe ich etwas Licht und Wärme bei mir.


10. November 2017
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