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Kurzgeschichten > Alltag

Der Zornige

von Cornelia Studer >>

Der Zornige
Ich weiss, nicht wieso er so böse auf mich war, hatte ich ihm doch nichts getan, aber er schrie und beschimpfte mich, die schlimmen Worte will ich nicht wiedergeben, nur die unstimmige Aussage mit der er rechtfertigte wieso er mich so hasste:
«Du kannst nichts, du weisst nichts und du tust nichts, trotzdem du stehst immer auf der sonnigen Seite des Lebens.»
Ich hätte mich ja nicht rechtfertigen müssen, was geht es den an, was ich kann oder nicht kann, was ich weiss oder nicht weiss, was ich tue oder nicht tue?» Ich aber beschloss recht freundlich doch etwas zu sagen:
Wohl habe ich den Eindruck, von mir selbst, dass ich so einiges tue, aber wenn ich nichts kann und nichts weiss, sollte ich vielleicht wirklich lieber nichts tun, denn es ist höchst fatal ohne Wissen und Können eine Aufgabe anzugehen. Es würde um diese Welt viel besser stehen, würden einige auf ihre Ämter und Würden verzichten, wenn sie endlich einsehen würden, dass sie die damit verbundenen Pflichten mangels Wissen und Können nicht erfüllen können.
Was aber mein stehen an der sonnigen Seite des Lebens betrifft, nun dem ist nicht so, ich stehe oft im Schatten anderer, und ich bedaure es nicht, überhaupt nicht, denn wer will an einem glutheissen Tag an der Sonne stehen müssen?
Er wurde nachdenklich, ich hatte nicht den Eindruck, dass es war, weil er das Gefühl hatte, mir Unrecht getan zu haben, aber mein Satz mit dem Stehen an der Glutsonne, hatte ihn wohl an irgend eine Erfahrung aus seinem eigenen Leben erinnert. Er zog wortlos ab.



3. August 2018
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