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CONTERGAN

von Kerstin Köppel >>



ICH dachte immer, dass Thalidomid, der Wirkstoff des Schlafmittels Contergan, produziert von der Firma Grünenthal, das Ende der 50-iger / Anfang der 60-iger Jahre des 20. Jahrhunderts für die unendliche Tragödie tausender Menschen verantwortlich war und gleichermaßen für nie dagewesene Schlagzeilen gesorgt hatte, im Anschluss an diesen Skandal nicht nur vom deutschen Arzneimittel Markt genommen worden wäre, was ja geschah, sondern darüber hinaus, und ich weiß gar nicht, warum ich das dachte, ich nahm es ganz selbstverständlich an, auch weltweit keine weitere Vermarktung erfahren hätte.

FÜR Herrn Meier, ein prostatakrebskranker Mann, besteht nach langer Behandlung so gut wie keine Aussicht auf Heilung. Sein Onkologe schlägt ihm schließlich vor, eine Therapie mit Thalidomid zu probieren, er hätte interessante und vielversprechende Forschungsergebnisse vorzuliegen und die Nebenwirkungen sind minimal. Dass es sich bei dem Wirkstoff Thalidomid um das sehr viel bekanntere Contergan handelt, dass als Medikament in Deutschland über 40 Jahre lang nicht zugelassen war, erzählt er ihm nicht. Er nimmt wahrscheinlich zu Recht an, dass der mögliche Behandlungserfolg durch diese Mitteilung nicht vergrößert werden würde. Eher im Gegenteil. Außerdem kann Thalidomid nur Frauen im gebärfähigen Alter gefährlich werden. Nach einem längeren Gespräch mit seinem Arzt, erhält Herr Meier von diesem ein sogenanntes „T Rezept“, das von den Behörden ganz besonders genau überwacht wird. Wer, wann und warum bekommt ein Patient Thalidomid verschrieben, wird es gemäß der vorgesehenen Indikation verordnet, Anwendungsart, oder im sogenannten „Of Label Use“, außerhalb von diesem
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