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Romane > Mystery

Das Geheimnis der goldenen Brücke

von Michael Kunz >>

Peter hatte seinen Baum oft aufgesucht und umarmt.
Einmal zeigte er auf ein paar Ameisen, die um ihn herumkrabbelten:
„Werden sie mir noch böse sein?“ Der
Baum hatte ihn verständnisvoll angeschwiegen, seine
Blätter im Wind rascheln lassen, als wollte er ihm sagen:
„Sei nicht traurig Peter. Könnten Insekten denken,
so würden sie sich wahrscheinlich fragen, warum die
Menschen so unbarmherzig sind. Aber zum Glück können
sie ja nicht denken.“
Für Peter war der Weg zu seinem Baum kein gewöhnlicher
Spaziergang. Es war eine Reise. So hatte er es
auch seinem Baum erklärt. Der Baum hatte ihm daraufhin
gesagt, dass jeder Mensch ein Reisender sei. Von
manchen Reisen könne er Fotos mitbringen, von manchen
nur Erinnerungen und wiederum von manchen eigentlich
nur das Wissen um diese Reise. Das seien die
Träume, weil sie in Vergessenheit gerieten.
Als er dann neun Jahre alt war, hatte er seinen Baum
gefragt, ob es nicht sein könne, dass das ganze Leben
eine Reise sei.
„Vielleicht sogar nur eine kleine Haltestelle auf einer
noch viel größeren Reise“, gab der Baum zu bedenken.
„Und wo hat diese Reise dann begonnen?“
„Das weiß nur das Licht. Es kennt die Grenze unseres
Universums.“
„Kennt es auch den Weg zur goldenen Brücke?“
„Was möchtest du denn auf der goldenen Brücke?“
„Wissen, was ihr Geheimnis ist.“

*
„Gut so!“, raunte ES.
*

„Aber wenn du dieses Geheimnis kennst, dann wäre es
kein Geheimnis mehr.“
„Na und?“, fragte Peter und zuckte dabei mit den Achseln.
„Außerdem dürfen nur ganz wenige Menschen dieses
Geheimnis erfahren.“
„Dann bin ich eben ein ganz weniger Mensch.“
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